Depression – Psychotherapie bei depressiven Erkrankungen

Wenn die Schwere nicht mehr weichen will

Eine Depression ist mehr als vorübergehende Traurigkeit. Sie zeigt sich oft als eine anhaltende innere Schwere, ein Gefühl von Leere oder Erschöpfung, das sich über Wochen oder Monate hinzieht und kaum noch Raum für Freude, Antrieb oder Hoffnung lässt. Viele Menschen, die zu mir in die Praxis nach Wien-Innere Stadt kommen, beschreiben, dass sie lange versucht haben, "einfach durchzuhalten" oder sich selbst aus der Erschöpfung herauszuziehen – oft, ohne zu merken, dass das, was sie erleben, einen Namen hat und behandelbar ist.

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt. Sie betreffen Menschen unabhängig von Alter, Beruf oder Lebenssituation – und sie sind, anders als oft angenommen, kein Zeichen von Schwäche oder mangelndem Willen, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung mit klar beschreibbaren Mustern.

Wie äußert sich eine Depression?

Depressionen zeigen sich unterschiedlich von Mensch zu Mensch, doch bestimmte Anzeichen treten häufig auf:

Gedrückte Stimmung und Freudlosigkeit Eine anhaltende Niedergeschlagenheit, oft begleitet vom Verlust der Fähigkeit, sich an Dingen zu erfreuen, die früher wichtig waren – Hobbys, soziale Kontakte, Erfolge.

Antriebslosigkeit und Erschöpfung Selbst einfache Alltagsaufgaben fühlen sich übermächtig an. Viele Betroffene berichten von einer Erschöpfung, die sich auch nach Schlaf nicht bessert.

Negative Gedankenmuster Selbstzweifel, Schuldgefühle, ein verzerrtes, oft übermäßig kritisches Bild von sich selbst und der eigenen Zukunft. Gedanken kreisen häufig um das eigene Versagen oder die Sinnlosigkeit des Tuns.

Konzentrations- und Schlafprobleme Schwierigkeiten, sich zu fokussieren oder Entscheidungen zu treffen, sowie Ein- und Durchschlafstörungen oder übermäßiges Schlafbedürfnis.

Körperliche Beschwerden Appetitveränderungen, körperliche Verspannung, diffuse Schmerzen oder ein allgemeines Gefühl von "nicht richtig im Körper zu sein" – Depression äußert sich nicht nur psychisch.

Sozialer Rückzug Der Wunsch, sich zurückzuziehen, Kontakte zu vermeiden, allein zu sein – auch wenn das Alleinsein die Symptome oft weiter verstärkt.

Diese Anzeichen treten in unterschiedlicher Ausprägung und Kombination auf. Manche Menschen erleben eine einzelne depressive Episode, andere wiederkehrende Phasen oder eine über Jahre bestehende, leichtere, aber zermürbende depressive Grundstimmung. In der gemeinsamen Arbeit schauen wir nicht zuerst auf eine Diagnose-Schublade, sondern auf das, was Sie konkret erleben.

Warum entsteht eine Depression?

Depressionen entstehen selten durch einen einzelnen Auslöser. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen: belastende Lebensereignisse, anhaltender Stress, biografische Erfahrungen, Veränderungen in wichtigen Lebensbereichen (Beruf, Beziehung, Gesundheit) oder auch eine gewisse Veranlagung, intensiver auf Belastung zu reagieren.

Oft entwickelt sich eine Depression schleichend – ein allmähliches Weniger-Werden von Energie, Freude und Hoffnung, das von Betroffenen selbst lange nicht als das erkannt wird, was es ist. Genau hier setzt die gemeinsame Arbeit an: zu verstehen, wie es so weit kommen konnte, und welche Muster die Erschöpfung heute aufrechterhalten.

Mein Ansatz: Verhaltenstherapie bei Depressionen

Ich arbeite verhaltenstherapeutisch. Die Verhaltenstherapie ist eine der am besten erforschten und wirksamsten Methoden in der Behandlung von Depressionen, weil sie sehr konkret an den Mechanismen ansetzt, die eine depressive Phase aufrechterhalten.

In der gemeinsamen Arbeit schauen wir uns an:

Den Zusammenhang zwischen Verhalten, Gedanken und Stimmung. Antriebslosigkeit führt oft dazu, dass Aktivitäten vermieden werden, was wiederum die Stimmung weiter senkt – ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt. Gemeinsam erarbeiten wir Wege, diesen Kreislauf behutsam zu durchbrechen.

Negative Denkmuster und ihre Wirkung. Depressive Gedanken sind oft sehr überzeugend, aber nicht immer zutreffend. Wir schauen uns an, welche Gedankenmuster die Erschöpfung verstärken, und entwickeln gemeinsam einen realistischeren, mitfühlenderen Blick auf sich selbst.

Struktur und Aktivierung im Alltag. Kleine, erreichbare Schritte zurück zu Aktivität, Kontakt und Tagesstruktur – angepasst an Ihre aktuelle Belastbarkeit, nicht an äußere Erwartungen.

Die therapeutische Beziehung als verlässlichen Rahmen. Gerade in depressiven Phasen ist Beziehung oft das, was am schwersten fällt, gleichzeitig aber besonders heilsam wirkt. Mir ist wichtig, dass Sie Verständnis und keinen zusätzlichen Druck erfahren.

Die Arbeit erfolgt transparent: Wir erarbeiten gemeinsam Ziele und reflektieren regelmäßig, ob der eingeschlagene Weg für Sie stimmig ist und Ihrem Tempo entspricht.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Psychotherapie?

Es gibt keinen "zu frühen" oder "zu späten" Zeitpunkt für Unterstützung. Manche Menschen kommen, sobald sie eine erste anhaltende Erschöpfung bemerken. Andere erst nach Monaten oder Jahren des Funktionierens trotz innerer Leere.

Ein Hinweis, dass professionelle Unterstützung hilfreich sein könnte, ist, wenn:

  • die gedrückte Stimmung oder Erschöpfung länger als zwei Wochen anhält
  • Freude und Interesse an Dingen, die Ihnen früher wichtig waren, deutlich nachgelassen haben
  • der Alltag, die Arbeit oder Beziehungen spürbar beeinträchtigt sind
  • Sie das Gefühl haben, allein nicht mehr aus der Erschöpfung herauszukommen

Sollten bei Ihnen Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend an die Telefonseelsorge (Notruf 142, kostenlos und anonym) oder direkt an eine Notfallambulanz – diese Anzeichen sollten immer ernst genommen und nicht allein bewältigt werden.

Psychotherapie in meiner Praxis in Wien

Meine Praxis befindet sich in der Wiesingerstraße 3/11, 1010 Wien, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ich biete Sitzungen sowohl vor Ort als auch online an – je nachdem, was für Sie in Ihrer aktuellen Situation passender ist.

Als Verhaltenstherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision arbeite ich unter der Aufsicht erfahrener Supervisorinnen und Supervisoren, was eine zusätzliche fachliche Qualitätssicherung für Ihre Behandlung bedeutet.

Wenn Sie sich in den beschriebenen Erfahrungen wiederfinden und überlegen, ob Psychotherapie für Sie der richtige Schritt ist, melden Sie sich gerne unverbindlich. Sie entscheiden selbst, ob und wann Sie den nächsten Schritt gehen möchten.

Kontakt aufnehmen

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose. Ihre Anfrage wird vertraulich behandelt; die Kontaktaufnahme stellt noch keine therapeutische Behandlung dar. Bei akuter Suizidgefahr wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (142) oder den Notruf (144).