Burnout – Psychotherapie bei chronischer Erschöpfung


Wenn die Energie einfach nicht mehr reicht

Burnout beschreibt einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung, der sich meist über längere Zeit aufbaut – oft als Folge anhaltender Überlastung, hoher Anforderungen oder eines Ungleichgewichts zwischen dem, was gegeben und dem, was zurückbekommen wird. Viele Menschen, die zu mir in die Praxis nach Wien-Innere Stadt kommen, berichten, dass sie lange "funktioniert" haben, bevor der Körper oder die Psyche irgendwann nicht mehr mitgemacht haben.

Burnout ist kein offizieller medizinischer Diagnosebegriff im engeren Sinn, sondern wird im Rahmen der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) als Faktor beschrieben, der die Gesundheit beeinflusst – konkret als Ergebnis chronischen, nicht erfolgreich bewältigten Stresses am Arbeitsplatz. In der Praxis überlappt sich Burnout häufig mit depressiven Symptomen, Angstzuständen oder körperlichen Erschöpfungszeichen, weshalb eine sorgfältige gemeinsame Einordnung wichtig ist.

Wie äußert sich ein Burnout?

Burnout entwickelt sich meist schleichend und zeigt sich auf mehreren Ebenen:

Emotionale Erschöpfung Ein Gefühl, "ausgebrannt" und leer zu sein. Selbst nach Erholungsphasen wie Wochenenden oder Urlauben stellt sich keine echte Erholung mehr ein.

Zynismus und innere Distanzierung Eine wachsende Gleichgültigkeit oder zynische Haltung gegenüber der eigenen Arbeit, Kolleg:innen oder Klient:innen – oft als unbewusster Schutzmechanismus, um sich vor weiterer Überforderung zu schützen.

Reduziertes Leistungsgefühl Das Gefühl, trotz Anstrengung nicht mehr ausreichend zu leisten, verbunden mit Selbstzweifeln und dem Eindruck, den eigenen Ansprüchen nicht mehr zu genügen.

Körperliche Erschöpfungszeichen Schlafstörungen, anhaltende Müdigkeit, Kopf- oder Rückenschmerzen, ein geschwächtes Immunsystem oder andere körperliche Beschwerden ohne klare medizinische Ursache.

Konzentrations- und Gedächtnisprobleme Schwierigkeiten, sich zu fokussieren, Entscheidungen zu treffen oder Aufgaben zu strukturieren, die früher leicht gefallen sind.

Sozialer Rückzug Der Wunsch, sich aus sozialen Verpflichtungen zurückzuziehen – sowohl beruflich als auch privat – weil die verbleibende Energie kaum noch für Begegnung reicht.

Diese Anzeichen treten meist nicht isoliert auf, sondern verstärken sich gegenseitig. In der gemeinsamen Arbeit schauen wir uns an, wie weit der Prozess bei Ihnen bereits fortgeschritten ist und was im Einzelnen dazu beigetragen hat.

Wie entsteht ein Burnout?

Burnout entsteht selten durch einen einzelnen Faktor. Häufig wirken mehrere Aspekte zusammen:

  • Anhaltend hohe Arbeitsbelastung oder unklare Anforderungen
  • Mangel an Anerkennung oder Kontrolle über die eigene Arbeit
  • Ein Missverhältnis zwischen Einsatz und Ausgleich
  • Perfektionistische oder stark leistungsorientierte Denkmuster
  • Schwierigkeiten, eigene Grenzen zu erkennen oder zu kommunizieren
  • Fehlende Erholungsräume im Alltag

Oft sind es gerade engagierte, verantwortungsbewusste Menschen, die in Berufen mit hoher emotionaler oder sozialer Belastung arbeiten, die besonders gefährdet sind – nicht, weil sie "schwach" sind, sondern weil sie sich lange über die eigenen Grenzen hinweg eingesetzt haben.

Mein Ansatz: Verhaltenstherapie bei Burnout

Ich arbeite verhaltenstherapeutisch. Dieser Ansatz eignet sich besonders gut für Burnout, weil er sowohl die äußeren Belastungsfaktoren als auch die inneren Denk- und Verhaltensmuster in den Blick nimmt, die zur Erschöpfung beigetragen haben.

In der gemeinsamen Arbeit schauen wir uns an:

Die individuellen Belastungsfaktoren und ihre Entstehung. Welche äußeren Anforderungen und welche inneren Antreiber – etwa hohe Ansprüche an sich selbst oder Schwierigkeiten, Nein zu sagen – haben zur Erschöpfung beigetragen?

Denkmuster rund um Leistung und Selbstwert. Viele Betroffene verknüpfen ihren Selbstwert stark mit Leistung und Funktionieren. Wir erarbeiten gemeinsam ein gesünderes, realistischeres Verhältnis zu Leistung und Erholung.

Konkrete Strategien zur Regeneration und Abgrenzung. Dazu zählen das Erkennen eigener Belastungsgrenzen, das Einüben von Grenzsetzung sowie der Aufbau echter Erholungsräume im Alltag – nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als notwendiger Teil der Genesung.

Langfristige Veränderung statt kurzfristiger Symptombekämpfung. Burnout-Erholung bedeutet oft mehr als Urlaub oder kurzfristige Entlastung. Gemeinsam schauen wir, welche grundlegenderen Veränderungen – im Denken, im Verhalten, mitunter auch in der Lebens- oder Arbeitsgestaltung – notwendig und für Sie umsetzbar sind.

Die Arbeit erfolgt transparent: Wir erarbeiten gemeinsam Ziele und reflektieren regelmäßig, ob der eingeschlagene Weg für Sie stimmig ist und Ihrem aktuellen Energielevel entspricht.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Psychotherapie?

Ein guter Hinweis, dass professionelle Unterstützung hilfreich sein könnte, ist, wenn:

  • die Erschöpfung auch nach Erholungsphasen nicht nachlässt
  • Sie sich zunehmend distanziert oder zynisch gegenüber Arbeit oder Beziehungen fühlen
  • alltägliche Aufgaben deutlich mehr Kraft kosten als früher
  • körperliche Beschwerden auftreten, für die sich medizinisch keine ausreichende Erklärung findet
  • Sie das Gefühl haben, allein nicht mehr aus der Erschöpfungsspirale herauszukommen

Je früher eine beginnende Erschöpfung ernst genommen wird, desto eher lässt sich eine Abwärtsspirale durchbrechen, bevor sie sich zu einem chronischen Zustand oder einer behandlungsbedürftigen Depression entwickelt.

Psychotherapie in meiner Praxis in Wien

Meine Praxis befindet sich in der Wiesingerstraße 3/11, 1010 Wien, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ich biete Sitzungen sowohl vor Ort als auch online an – je nachdem, was angesichts Ihrer aktuellen Belastbarkeit passender ist.

Als Verhaltenstherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision arbeite ich unter der Aufsicht erfahrener Supervisorinnen und Supervisoren, was eine zusätzliche fachliche Qualitätssicherung für Ihre Behandlung bedeutet.

Wenn Sie sich in den beschriebenen Erfahrungen wiederfinden und überlegen, ob Psychotherapie für Sie der richtige Schritt ist, melden Sie sich gerne unverbindlich. Sie entscheiden selbst, ob und wann Sie den nächsten Schritt gehen möchten.

Kontakt aufnehmen

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose. Ihre Anfrage wird vertraulich behandelt; die Kontaktaufnahme stellt noch keine therapeutische Behandlung dar.