Angststörung – Psychotherapie bei Angst und Panik
Wenn Angst den Alltag bestimmt
Angst ist zunächst eine sinnvolle, schützende Reaktion – sie warnt uns vor Gefahr und hilft uns, vorsichtig zu handeln. Bei einer Angststörung hat sich dieser Schutzmechanismus jedoch verselbstständigt: Die Angst tritt unabhängig von einer tatsächlichen Bedrohung auf, ist in ihrer Intensität nicht mehr angemessen, oder hält so lange an, dass sie den Alltag spürbar einschränkt.
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Belastungen überhaupt. Viele Menschen, die zu mir in die Praxis nach Wien-Innere Stadt kommen, berichten, dass sie lange versucht haben, mit der Angst allein fertig zu werden – durch Vermeidung, durch Kontrolle, durch puren Willen. Das ist nachvollziehbar, hilft aber oft nur kurzfristig und kann das Problem auf Dauer sogar verstärken.
Welche Formen von Angststörungen gibt es?
Angst zeigt sich nicht immer gleich. In der psychotherapeutischen Arbeit begegnen mir unter anderem folgende Formen:
Generalisierte Angststörung Eine anhaltende, oft diffuse Sorge, die sich auf viele Lebensbereiche gleichzeitig bezieht – Gesundheit, Familie, Arbeit, Zukunft. Betroffene beschreiben häufig ein permanentes "Was-wäre-wenn"-Denken, das sich nur schwer abstellen lässt, begleitet von innerer Unruhe, Anspannung und Schlafproblemen.
Panikstörung und Panikattacken Plötzlich auftretende, intensive Angstanfälle mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder einem Gefühl der Unwirklichkeit. Viele Betroffene befürchten in diesem Moment, einen Herzinfarkt zu erleiden oder die Kontrolle zu verlieren – auch wenn medizinisch nichts gefunden wird. Die Angst vor der nächsten Attacke wird oft selbst zur Belastung.
Soziale Phobie Die ausgeprägte Furcht, in sozialen Situationen negativ bewertet zu werden – etwa beim Sprechen vor anderen, in Gruppen oder bei alltäglichen Begegnungen. Diese Angst führt häufig zu Vermeidungsverhalten, das den beruflichen und privaten Alltag einschränkt.
Spezifische Phobien Intensive Angst vor konkreten Objekten oder Situationen, etwa Höhen, engen Räumen, bestimmten Tieren oder medizinischen Eingriffen.
Krankheitsangst Die anhaltende, übermäßige Sorge, an einer ernsten Erkrankung zu leiden, oft begleitet von häufigem Kontrollieren des eigenen Körpers oder wiederholten Arztbesuchen.
Diese Formen treten häufig nicht isoliert auf, sondern überlappen sich oder gehen mit anderen Themen wie depressiven Verstimmungen oder Erschöpfung einher. In der gemeinsamen Arbeit schauen wir nicht zuerst auf die Diagnose, sondern auf das, was Sie konkret beschäftigt.
Wie äußert sich eine Angststörung körperlich und emotional?
Angst betrifft nie nur die Gedanken – sie zeigt sich im ganzen Körper. Typisch sind:
- Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Atemnot
- Schwindel, Übelkeit, Zittern
- Innere Unruhe, Anspannung, Konzentrationsschwierigkeiten
- Schlafstörungen
- Vermeidung bestimmter Orte, Situationen oder Aktivitäten
- Ständiges Gedankenkreisen, Grübeln, Kontrollbedürfnis
Viele Betroffene schämen sich für diese Reaktionen oder empfinden sie als übertrieben – dabei sind sie ein verständliches Resultat dessen, was das Nervensystem über die Zeit gelernt hat.
Mein Ansatz: Verhaltenstherapie bei Angststörungen
Ich arbeite verhaltenstherapeutisch. Die Verhaltenstherapie zählt zu den am besten erforschten und wirksamsten Methoden in der Behandlung von Angststörungen, weil sie sehr konkret an dem ansetzt, was die Angst aufrechterhält.
In der gemeinsamen Arbeit schauen wir uns an:
Wie die Angst entstanden ist und welche Funktion sie hatte. Angst entwickelt sich nicht zufällig. Oft lässt sich nachvollziehen, in welchem Lebenszusammenhang sie entstanden ist und welchen – möglicherweise einmal sinnvollen – Zweck sie erfüllt hat.
Welche Gedanken- und Verhaltensmuster die Angst heute aufrechterhalten. Vermeidung lindert kurzfristig, verstärkt aber langfristig oft die Angst, weil das Gehirn nie die Erfahrung macht, dass die gefürchtete Situation auch ohne Vermeidung bewältigbar ist. Gemeinsam identifizieren wir solche Muster.
Konkrete Strategien für den Alltag. Dazu zählen etwa Techniken zur Beruhigung des Nervensystems in akuten Angstmomenten, ein verändertes Verhältnis zu den eigenen Gedanken sowie – wo sinnvoll und in Ihrem Tempo – eine behutsame Annäherung an vermiedene Situationen.
Die therapeutische Beziehung als sicheren Rahmen. Veränderung gelingt selten unter Druck. Mir ist wichtig, dass Sie sich in der Therapie nicht erneut bewerten oder unter Leistungsdruck setzen, sondern in Ihrem eigenen Tempo vorgehen können.
Die Arbeit erfolgt transparent: Wir erarbeiten gemeinsam Ziele und reflektieren regelmäßig, ob der eingeschlagene Weg für Sie stimmig ist.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für Psychotherapie?
Es gibt keinen "zu frühen" oder "zu späten" Zeitpunkt, um sich Unterstützung zu holen. Manche Menschen kommen, sobald sie merken, dass die Angst ihren Alltag einzuschränken beginnt. Andere erst nach Jahren des Aushaltens. Beides ist in Ordnung.
Ein guter Hinweis, dass professionelle Unterstützung hilfreich sein könnte, ist, wenn:
- die Angst über mehrere Wochen anhält oder wiederkehrt
- Sie Situationen, Orte oder Aktivitäten vermeiden, die Ihnen eigentlich wichtig sind
- die Angst Ihren Alltag, Ihre Beziehungen oder Ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
- körperliche Symptome auftreten, für die sich medizinisch keine ausreichende Erklärung findet
Psychotherapie in meiner Praxis in Wien
Meine Praxis befindet sich in der Wiesingerstraße 3/11, 1010 Wien, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ich biete Sitzungen sowohl vor Ort als auch online an – je nachdem, was für Sie passender ist.
Als Verhaltenstherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision arbeite ich unter der Aufsicht erfahrener Supervisorinnen und Supervisoren, was eine zusätzliche fachliche Qualitätssicherung für Ihre Behandlung bedeutet.
Wenn Sie sich in den beschriebenen Erfahrungen wiederfinden und überlegen, ob Psychotherapie für Sie der richtige Schritt ist, melden Sie sich gerne unverbindlich. Sie entscheiden selbst, ob und wann Sie den nächsten Schritt gehen möchten.
Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose. Ihre Anfrage wird vertraulich behandelt; die Kontaktaufnahme stellt noch keine therapeutische Behandlung dar.